Karlsruhe 2015 – city2015

Der Versuch, Karlsruhe eine U-Bahn aufzuschwatzen.

Badens Metropole Karlsruhe ist eine Stadt vom Reißbrett, ähnlich wie die brasilianischer Hauptstadt Brasilia, mitten im Wald aus dem Boden gestampft, allerdings besser für das 21ste Jahrhundert gerüstet als die brasilianische Retortenstadt. So hat das Auto hier keine dominierende Rolle in der Konzeption und Realisation, ganz im Gegensatz zur brasilianischen Urwaldhauptstadt. Hier in Karlsruhe ist es durchaus möglich, sich von einem Ende der Stadt an das andere zu begeben, aus eigener Kraft per Pedes oder mit dem Rad, oder mit sauberen öffentlichen Verkehrsmitteln. Einziger Dorn im Auge ist eine art Stadtautobahn, die an der Innenstadt vorbeigeführt wird. Aber Autos hatten nie eine Zukunft in dieser Stadt.

Nun ist die ehemalige Landeshauptstadt mit der zunehmenden Europäisierung auch weg vom Zonenrand-Image, aber so richtig reicht es noch nicht zur Einkaufsmetropole, es fehlt auch die Bevölkerungszahl wie sie Städte wie Mannheim-Ludwigshafen, Stuttgart oder Straßburg schon gesammelt haben. Dafür gibt es hier aber, im Gegensatz zur schwäbischen Hauptstadt, genügend Platz zur Expansion, sogar in der Innenstadt liegen noch Flächen brach. Im Westen hat der Wegzug des amerikanischen Militärs ein Loch gelassen, und auch der Umkreis der Innenstadt wird langfristig mit Leben erfüllt. Die anwachsende Bevölkerung soll nicht auf Einkaufszentren auf der grünen Wiese verwiesen werden sondern soll in der Stadt bleiben dürfen. Nicht umsonst heißt die begleitende Webseite city2015.de

Dabei ist allerdings durch geeignete Maßnahmen zu verhindern, daß die Bewohner der Stadt zum eigenen Auto gezwungen werden, denn Autos gibt es bereits zu viele in der Stadt und eigentlich gar keinen Platz. So muß Nahverkehr, sei er Öffentlich und auf Schiene oder Privat und nicht motorisiert, attraktiver werden. Zur Zeit zwängen sich Straßenbahnen und S-Bahn durch die Kaiserstraße, die als langjährige Fußgängerzone dicht an dicht von attraktiven Geschäften gesäumt ist. In den Seitenstraßen dagegen herrscht, von parkplatzsuchenden Autofahrern einmal abgesehen, auch am Samstag meist gähnende Leere.

Dies wird sich mit den Jahren verändern. Denn die Kaiserstraße ist einmal pro Woche voller Fußgänger und Stadtbahnen. Das Viertel um den Ludwigsplatz hat mit der Eröffnung der Postgalerie erhöhte Frequentation und auch südlich des Marktplatzes zeichnen sich neue Alternativen ab. Pläne zur weiteren Verkehrsberuhigung der Innenstadt zielen in diese Richtung, und die Kriegstraße wird keine lange Zukunft als Stadtautobahn haben. Denn in der Nachbarschaft wurde gerade ein Häuserblock platt gemacht, um 2005 als Ettlinger Tor Einkaufstempel wiederzuerstehen.

Sympathische Strassenbahn! Straßenbahnen zum Sympathische Strassenbahn! Einkaufszentrum!

Mit diesen Themen und noch einigen mehr befassten sich rund 20 Arbeitskreise, in denen Bürger aus Karlsruhe und Umgebung zur Zukunft der Stadt im Jahre 2015 beigetragen haben. Die Ergebnisse sind vielversprechend, es zeichnet sich der Trend ab, den Autoverkehr aus der Innenstadt (Kriegstraße-Kaiserstraße-Schloßplatz) zu verbannen, den nichtmotorisierten persönlichen Nahverkehr zu fördern, und die Situation in der Kaiserstraße wird sich von selbst entspannen, sobald andere Ecken der Innenstadt vom Parkplatz-such-Verkehr befreit aus ihrem Dornröschenschlaf erwachen.

Nun kann man vieles in der Postgalerie erledigen, mit der Eröffnung des Einkaufszentrums am Ettlinger Tor werden die Straßen zwischen Kaiser- und Kriegsstraße noch mehr Fußgängerverkehr aus der Kaiserstraße abziehen. Damit wäre das teuere Thema U-Bahn automatisch vom Tisch, denn für die täglichen Benutzer der Stadtbahn ist die jetzige oberirdische Lösung viel attraktiver. Obendrein spart sich die Stadt jahrelange Bauarbeiten mit den bekannten negativen Auswirkungen auf das Geschäftsleben. Mit einer neuen Stadtbahntrasse über die Kriegstraße würde die Kaiserstraße dauerhaft auf ein lebenswertes Niveau vom Stadtbahnverkehr entlastet und die Kriegstraße aufgewertet, so daß sich die Situation im Stadtzentrum entspannt, und das Leben in der Stadt angenehmer wird.

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